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Jacob L. Moreno, Auszüge aus der Autobiografie, Hrsg: Jonathan D. Moreno, InScenario Verlag Köln, 1995
Jacob L. Moreno, Auszüge aus der Autobiografie, Hrsg: Jonathan D. Moreno, InScenario Verlag Köln, 1995
Jacob L. Moreno, Auszüge aus der Autobiografie, Hrsg: Jonathan D. Moreno, InScenario Verlag Köln, 1995
Josef und Hans König: "Wien - Leopoldstadt", aus der Reihe Archivbilder, Sutton Verlag, 2003
Jakob Levy Moreno

Jakob Levy Moreno wurde 1889 in Rumänien geboren, er wuchs mit seiner Familie in Wien auf, wo er Medizin studierte. Er hatte große Leidenschaft für Theater, Kunst, Philosophie und vor allem zwischenmenschliche Beziehungen.
Gegen Ende des Ersten Weltkrieges beobachtete der junge Psychiater Moreno spielende Kinder in einem Park. Sie "spielten" ihre familiären Probleme und Konflikte durch. Das brachte Moreno auf eine Idee, die zunächst mehr mit Theater als mit Psychotherapie zu tun hatte, er eröffnete in der Wiener Maysedergase ein "Stegreiftheater", dieses kam bei den Wienerinnen und Wienern dieser Zeit nicht sehr gut an und musste bald wieder, auch aus finanziellen Gründen, geschlossen werden. Die Gründung kann aber als erster Schritt hin zur Entwicklung einer neuen Psychotherapieform verstanden werden.
Er begann daraufhin mit psychisch Kranken Theater zu spielen und wendete diese Technik auch in seiner Arbeit mit Flüchtlingen in einem Flüchtlingslager und mit Prostituierten an. Aus diesen Erfahrungen entsprang die Idee für Gruppenpsychotherapie, weil er erkannte, dass in einer Gruppe mehr Wissen vorhanden ist und, dass die gegenseitige Unterstützung der TeilnehmerInnen eine heilsame Wirkung hatte.
1925 musste der jüdische Arzt in die Vereinigten Staaten auswandern. Er konnte dort schnell Fuß fassen und begann als Psychiater im New Yorker Gefängnis Sing Sing zu arbeiten. Auf der Basis von Vorstudien schlug er vor die Gefangenen in Gruppen nach soziometrischen Gesichtspunkten in Wohneinheiten zusammen zu legen. Dies kann als historischer Beginn der Gruppenpsychotherapie veranschlagt werden.
Drei Jahre später erschien sein Hauptwerk "Who will survive" ( auf Deutsch erschien es unter dem Titel "Die Grundlage der Soziometrie"), das die Umstrukturierung der Hausgruppen eines Mädchenerziehungsheimes auf der Grundlage von Sympathiewahlen, so genannten soziometrische Wahlen und einer Vielfalt von in diesem Rahmen entwickelten Methoden und Techniken beschreibt. Hier hat Moreno den Begriff der "Therapeutischen Gemeinschaft" geprägt, der später einer der Leitbegriffe bei der Umgestaltung psychiatrischer Kliniken und Einrichtungen werden sollte. Im Umgang mit den Bewohnerinnen des Erziehungsheimes setzt Moreno das Rollenspiel zur Klärung und überwindung persönlicher Schwierigkeiten und zwischenmenschlicher Konflikte ein und nennt es Psychodrama.
1936 konnte Moreno ein kleines Sanatorium in Beacon, New York City, eröffnen, in dem er Menschen mit psychischen Problemen, auch schwerkranke psychiatrische Patienten, psychodramatisch behandelte. Gleichzeitig lehrte er auch die von ihm entwickelte Methoden von Psychodrama und Soziometrie an der Universität in New York. Dadurch, sowie durch die Herausgabe von Zeitungen und Gründungen von Fachgesellschaften konnte Moreno einen großen Kreis von Schülerinnen und Schüler für seine Methode interessieren, die nach und nach das Psychodrama international verbreiteten und Ideen und Vorgangsweisen aus dem Psychodrama in die verschiedensten psychotherapeutischen und sozialwissenschaftlichen Ansätze einarbeiteten.